Jugendfeuerwehr absolviert 24-Stunden-Übung

25.04.2026
Feuerwehr
Unsere Jugendfeuerwehr hat am letzten Aprilwochenende eine Schicht wie bei der Berufsfeuerwehr absolviert, natürlich inklusive zahlreicher Einsätze. Vom Kleinbrand über den Verkehrsunfall bis zur Vermisstensuche war alles dabei. Und unsere Jugendlichen haben eindrucksvoll gezeigt, was sie können!

Am letzten Aprilwochenende verwandelte sich das Feuerwehrhaus in Kay in eine rund um die Uhr besetzte Feuerwache. Mit Schlafsack, Isomatte und viel Motivation traten am Freitag zwölf Jugendliche der Jugendfeuerwehr Kay zur 24-Stunden-Schicht an. Der Dienstplan war bunt gemischt: Neben theoretischen und praktischen Übungseinheiten stand beispielsweise auch eine Einheit Dienstsport an - ganz wie bei einer echten Berufsfeuerwehr. Natürlich wurde der Dienstplan von zahlreichen unangekündigten, Übungseinsätzen unterbrochen. 

Breites Einsatzspektrum: Von Verkehrsunfall bis Brand
Kurz nach Schichtbeginn erfolgte schon die erste Alarmierung: In Reit war es zu einem Verkehrsunfall gekommen. In Windeseile rückten die Jugendlichen zusammen mit den Betreuern aus. Vor Ort bot sich ein spannendes Szenario: Ein Traktor war mit einem PKW zusammengestoßen und insgesamt drei Personen waren bewusstlos. Sofort begannen die Jugendlichen mit dem Betreuen der verletzten Personen und dem 
Aufbau der Rettungsgeräte. Anschließend durften alle selbst Hand anlegen. Zusammen mit den Betreuern wurde der PKW in Einzelteile zerlegt. Nach knapp zwei Stunden konnte die Kayer Jugendfeuerwehr wieder ins Gerätehaus zurückkehren. Dort wurde gemeinsam zu Abend gegessen. Anschließend stand Dienstsport auf dem Plan. Doch diese Einheit wurde durch einen simulierten Stromausfall im Gerätehaus unterbrochen. In verschiedenen Rätseln wurde die Jugendfeuerwehr durch das ganze Feuerwehrhaus gelotst, um die Stromversorgung wiederherzustellen. Nach diesem ungewöhnlichen Szenario im Feuerwehrhaus sollte der Abend gemütlich mit Gemeinschaftsspielen ausklingen. Doch es dauerte nicht lange, bis die Pager erneut Alarm schlugen. Diesmal wurde zu einem Kleinbrand im Freien alarmiert. In einer örtlichen Kiesgrube stand ein kleines Holzhäuschen in Flammen. Bereits auf Anfahrt war der Feuerschein schon aus einiger Entfernung zu sehen. Zügig wurde ein Löschangriff aufgebaut und das Feuer gelöscht. Anschließend wurde die Brandstelle noch mit der Wärmebildkamera kontrolliert, um sicherzugehen, dass sich keine Glutnester mehr im Inneren verbergen. Gegen Mitternacht war auch dieser Einsatz erfolgreich abgearbeitet und die Jugendfeuerwehr konnte abrücken. Nach kurzen Aufräumarbeiten am Feuerwehrhaus konnten alle die Nachtruhe antreten. Die Nacht war für alle Beteiligten allerdings kurz, da bereits um 6 Uhr morgens die KayerJugendfeuerwehr erneut alarmiert wurde. Eine Anforderung der Polizei im Rahmen einer Vermisstensuche war diesmal der Grund für die Alarmierung. In kürzester Zeit waren alle Jugendlichen putzmunter und machten sich auf den Weg zur Einsatzstelle, um nach der vermissten Person zu suchen. Während ein Teil der Jugendmannschaft unter der Leitung von Jugendwartin Lisi Zell mit der Wärmebildkamera nach dem Vermissten suchte, kümmerte sich der Rest der Mannschaft zusammen mit Jugendwartin Julia Lechner und dem Betreuerteam um den Aufbau der Einsatzleitung.In einer Lagekarte wurden die abgesuchten Bereiche markiert. So wurde sichergestellt, dass kein Bereich versehentlich doppelt abgesucht wurde. Da die erste Gruppe die Person nicht finden konnte, wurden anschließend die Aufgaben gewechselt und die zweite Gruppe machte sich auf die Suche. Nach einiger Zeit kam dann der erlösende Funkspruch: „Vermisste Person gefunden“. Mit der Krankentrage wurde die Person, in diesem Fall eine Übungspuppe, aus dem Wald gerettet und an den fiktiven Rettungsdienst übergeben. Nach diesem aufregenden Start in den Morgen hatten sich die Jugendlichen ihr Frühstück mehr als verdient. Nach dem Frühstück stand die Überprüfung der Hydranten auf dem Dienstplan. Um im Einsatzfall bestens über die Hydranten im Gemeindegebiet informiert zu sein, ist es wichtig, diese regelmäßig aufzusuchen und ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Glücklicherweise waren fast alle Hydranten in einwandfreiem Zustand. Da es Zeit für das Mittagessen wurde, machten sich die Jugendlichen auf den Weg zurück zum Gerätehaus. Allerdings musste das Essen noch etwas auf sich warten lassen, denn um kurz vor 12 Uhr mittags ertönte erneut der Alarm. Dieses Mal erwartete die Jugendlichen ein klassisches Alarmstichwort: THL 1 Auslaufende Betriebsstoffe. Mit Schaufeln und Besen ausgerüstet kehrten die Jugendlichen die „Ölspur“, welche in diesem Fall aus Wasser und Kakaopulver bestand. Bei diesem Szenario bewährte sich der Spruch „Viele Hände - Schnelles Ende“, im Teamwork war die Ölspur innerhalb kürzester Zeit gebunden. Anschließend wartete schon der angeheizte Grill auf die fleißigen Einsatzkräfte. Zum Abschluss gab es bei den sommerlichen Temperaturen noch ein Eis, bevor die Jugendlichen zusammen mit den Betreuern wieder ins Feuerwehrhaus zurückkehrten. Dort begannen sie mit dem Aufräumen, denn die letzten 24 Stunden hatten auch im Feuerwehrhaus Spuren hinterlassen. Das Schlafquartier musste geräumt werden und auch in der Fahrzeughalle gab es einiges zu tun. Während der Aufräumarbeiten ertönten erneut die Pager: Eine Person war in Holzhausen eingeklemmt. Schnell wurden die Reinigungsarbeiten unterbrochen und 
erneut ausgerückt. Eine Übungspuppe war zwischen mehreren Baumstämmen eingeklemmt. Mithilfe des Hebekissensystems sollte die Person befreit werden. Dass die Jugendlichen hier selbst einen genauen Plan hatten, wie sie die Person aus der Lage befreien, imponierte selbst dem Betreuerteam. Nachdem auch dieser Einsatz sauber abgearbeitet war, wartete das Feuerwehrhaus noch auf die abschließende Reinigung. Mit vereinten Kräften wurde das ganze Feuerwehrhaus sowie die Fahrzeuge wieder auf Vordermann gebracht. Pünktlich zum Dienstende waren alle Aufgaben erledigt und das gesamte Team versammelte sich zur „Dienstübergabe“ mit Abschlussgespräch. 

Zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten 
Neben ein paar müden Gesichtern gab es viel Lob von den Jugendwartinnen Julia Lechner und Lisi Zell. Es sei schön gewesen zu sehen, wie alle zusammengeholfen und sich getraut haben, Dinge auszuprobieren, wie beispielsweise den Umgang mit 
Spreizer und Schneidgerät, so die Jugendwartinnen. Besonders vom letzten Einsatz zeigte sich das Betreuerteam begeistert. „Zu uns zu sagen, dass ihr bereits einen Plan habt und uns gar nicht braucht, ist eine großartige Leistung. Das zeigt, wie gut ausgebildet ihr seid. Und dazu gehört auch viel Selbstbewusstsein.“ Auch 1. Kommandant Michael Poschner war mit den vergangenen 24 Stunden sehr zufrieden. Er hofft, dass alle Jugendlichen Freude hatten und der Feuerwehr weiterhin treu bleiben.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die dieses intensive Wochenende möglich gemacht haben und natürlich an unsere Jugendlichen, die mit so viel Motivation und Freude dabei waren!